
Wie kämpften die alten Römer vor Karthago? Und wie sahen die Legionäre zu Pferde aus? Der Kulturpark Bliesbruck-Reinheim zeigt es - mit einem imposanten Diorama und einer Original-Römermaske.
Ein Muss nicht nur für Asterix-Fans: das ist der Kulturpark Bliesbruck-Reinheim an der deutsch-französischen Grenze im südlichen Bliesgau. Nicht nur das Keltengrab und die gallo-römische Kleinstadtsiedlung sind längst über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Jetzt bekommt das Museum zwei neue Schätze: Seit dem 6. April sind ein eindrucksvolles Schlachten-Diorama (Dauerleihgabe im Infozentrum) und die Original-Visiermaske eines römischen Reiters (im Museum) zu sehen.
Die "Schlacht um Zama"
Insgesamt 4000 Zinnfiguren (!) hat der Vater des Schlachten-Dioramas, der passionierte Bastler und Kenner römischer Militärgeschichte Wolfgang Meyer aus dem nahen Blieskastel, angemalt und verbaut. Fast elf Jahre dauerte das.

1995 boten die Zinnfiguren dann endlich einen historisch authentischen Anblick - all die Legionäre, Krieger, Pferde und Elefanten. Elefanten? Richtig: Bei der "Schlacht um Zama" (202 v.Chr.) handelte es sich um den größten nordafrikanischen Kampf aus dem 2. Punischen Kriege - und da war der berühmte Karthager Hannibal nun mal mit Elefanten zu Gange. Ihm gegenüber stand der römische Feldherr Cornelius Scipio mit seiner V. und VI. Legion. Das Diorama Meyers zeigt den Moment, in dem Hannibals Elefanten sich ins Schlachtgetümmel stürzen. Doch am Ende siegten die Römer, und ein weiterer Schritt zur Weltmacht war getan...
Die Reitermaske
Ein paar Jahrunderte später, zur Zeit des Kaisers Augustus (63 v. bis 14 n.Chr.) sahen die Römer schon wieder ein wenig anders aus als während der Punischen Kriege. Die Kavalleristen der römischen Armee trugen nun zuweilen spezielle Reiterhelme mit Maskenvisieren. Die meist aus Eisen und Bronze geschmiedeten, manchmal auch vergoldeten Visiere schützten das Gesicht des Reiters. Ob solche Reiterhelme nur bei den Turnierkämpfen oder auch bei der Schlacht getragen wurden, ist bei den Archäologen umstritten. Auch über den Besitzer der Reitermaske aus Reinheim fehlen sichere Informationen. Unklar ist, ob sie tatsächlich einem Bewohner der gallo-römischen Villenanlage von Reinheim gehörte, wo sie im Herbst 2000 ausgegraben wurde, oder ob die Maske nur in einer nahe gelegenen Werkstatt repariert werden sollte.

Klar ist dagegen, dass nicht sehr viele Visiere erhalten geblieben sind. Nur etwa 110 solcher Masken wurden bisher in den verschiedenen Regionen des ehemaligen römischen Reiches gefunden.
Europäischer Kulturpark
Bliesbruck-Reinheim
Fon: 06843 / 9002 11
Öffnungszeiten:
15. März bis 31 Oktober,
täglich 10.00 bis 18.00 Uhr.
Gruppenführungen nach Anmeldung